Antibiotikatherapie und Risikopatienten bei Zahnimplantaten und kieferchirurgischen Eingriffen

Nicht nur bei kieferchirurgischen Eingriffen auch bei Zahnimplantaten, Parodontalbehandlungen und sogar bei Wurzelkanalbehandlungen, zum Erhalt des Zahnes, kann es zu einer Keiminvasion mit Bakterien in die Blutbahn kommen. Diese Keime werden von der Immunabwehr eines gesunden Patienten problemlos beseitigt.

Für Patienten mit Herzklappenersatz, angeborenen Herzerkrankungen, erworbenen Herzerkrankungen, etc. kann eine solche Bakteriämie (sagt der Mediziner zu Bakterien in der Blutbahn) fatale Folgen haben.

Deshalb ist die Anamnese (Abfragen von Daten, Erkrankungen des Patienten) zu Beginn einer Behandlung so wichtig!!!!

Risikopatienten können so im Vorfeld erkannt werden. In diesen Fällen gibt es klare Richtlininen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-Mund-und Kieferheilkunde.

Es muß dann zwingend eine sogenannte perioperative Antibiotikatherapie erfolgen – meint der Patient beginnt bereits kurz vor der Operation / Behandlung mit der Einnahme eines geeigneten Antibiotikas. Diese Antibiotikatherapie wird bis zum nächsten Tag beibehalten. So ist der Patient während des Eingriffs vor Bakterien bestmöglich geschützt.

Fachärzte für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sind durch Ihre komplexe Ausbildung (Studium der Human- und der Zahnmedizin) bestens auf solche Behandlungen vorbereitet.

 

 

. Das höchste Bakteriämierisiko besteht hier innerhalb der ersten 30 Sekunden wie auch bei anderen vermeintlich gering invasiven Eingriffen. Dies kann fatale Folgen haben für Patienten mit sehr hohem Endocarditisrisiko (Herzklappenersatz, früher durchgemachte infektiöse Endocarditis, angeborene Herzerkrankung, Herztransplantierte). Wird die notwendige Antibiotikaprophylaxe (1-Shot-Dosis 60 Minuten vor Eingriff) in diesen Fällen unterlassen, kann eine Endocarditis auch bei frühzeitiger Diagnose und optimaler Therapie immer noch zu einer Mortalität von 15-70% führen. Ohne Behandlung ist eine Endocarditis immer letal. In jedem Falle sollte Rücksprache mit dem Internisten erfolgen und durch optimale Mundhygiene auch zusätzliche Infektionsrisiken minimiert werden. (ag)

Quellen: Prof.Dr.G.Wahl, Uni Bonn; DGZMK, Leitlinien Endocarditisrisiko; Prof.Dr.E.Schäfer, Uni Münster;