Zahnfleischbluten, Artherosklerose und Herzinfarkt

Mehr als  9 von 10 Deutschen leiden zumindest zeitweise unter Zahnfleischbluten. Bemerkt man Blutspuren z.B. beim Biss in einen Apfel oder beim Zähneputzen, handelt es sich meistens um eine Gingivitis. Da diese unbehandelt nach einiger Zeit immer zu
einer Parodontitis mit Destruktion des Zahnhalteapparates führt und schließlich
zum Zahnverlust, sollten auch leichte sich wiederholende Blutungszeichen im
Mund ernst genommen werden. Der Zusammenhang zwischen Parodontitis und
kardiovaskulären Risiken gilt mittlerweile wohl als gesichert. Nach einer
neueren Studie könnte auch bereits eine höhere Gefährdung für Arteriosklerose
bei Vorliegen einer einfachen Gingivitis bestehen: Gesunde Probanden putzten
drei Wochen lang nur eine Oberkieferseite und bekammen prompt auf der anderen
Seite eine Zahnfleischentzündung. Die dann durchgeführten Blutanalysen ergaben
eine deutliche Erhöhung einiger Entzündungsparameter, z.B. insgesamt erhöhte
Aktivität von Makrophagen, Anstieg des Interleukin 6, sowie deutlich erhöhte
CRP-Werte (= C-reaktives Protein), die auch z.B. bei Herzinfarkt eine Rolle
spielen. Dies könnten klare Anzeichen dafür sein, dass auch schon eine durch
mangehafte Mundhygiene hervorgerufene einfache Gingivitis ein ernst zu
nehmendes Risiko für Atherosklerose und Herzinfarkt bedeuten könnte.
(ag)

Quellen: Prof.Dr.J.Eberhard,
Zahnklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) 2013; PD Dr.K.Grote,
Klinik für Kardiologie und Angiologie der MHH 2013.

Zitiert aus PfP-Newsletter 5 / 2013